Die Gesundheitspolizei des menschlichen Körpers

Wussten Sie schon, dass Sie über Ihre eigene Gesundheitspolizei verfügen? Nein? Wir schon! Das Immunsystem des Menschen fungiert wie eine Art Gesundheitspolizei. Es sorgt dafür, dass sich unser Körper gegen Krankheitserreger wehrt und wir nicht ständig krank werden. Welche Rolle T-Lymphozyten, Killerzellen und Co dabei spielen, soll dir der nachfolgende Beitrag näher bringen.

Das Immunsystem (lat. immunis steht für „frei sein von“) gehört mit einer Masse von 2-3 Kilogramm zu den großen „Organen“ des menschlichen Organismus. Es erkennt und inaktiviert unerwünschte Krankheitserreger und selbst Krankheiten wie Krebs werden zumindest teilweise vom Immunsystem erkannt und bekämpft.

Rund 90% aller Infektionen können durch die angeborene Immunabwehr erkannt und bekämpft werden. Bedeutet, dass auch das Immunsystem die Schulbank drücken und lernen muss, Krankheitskeime zu erkennen und zu bekämpfen, sodass es in Zukunft schneller und effektiver auf unerwünschte „Gäste“ reagieren kann. Dieser Effekt wird z.B. auch bei der Schutzimpfung genutzt.

Wo befindet sich das Immunsystem?

Doch was gehört eigentlich alles zum Immunsystem und wo genau sitzt dieses System? Anders als beim Herzen, Lunge und Co handelt es sich dabei nicht um ein einzelnes Organ, sondern zeichnet sich durch die Zusammenarbeit verschiedener Organe und Körperstrukturen aus.

Ein wichtiger Teil des Abwehrsystems ist das Knochenmark, in dem die Abwehrzellen (Lymphozyten) gebildet werden. Im Thymus werden dann die T-Lymphozyten geprägt, um Antigene zu erkennen. In weiteren lymphatischen Organen stehen die Lymphozyten in ständigem Kontakt mit Krankheitserregern und Fremdstoffen. Hierzu zählen die Lymphknoten, die Milz, die Mandeln und spezialisierte Gewebe in den Schleimhäuten des Körpers (z.B. Magen- und Darmschleimhaut). Die Milz dient dabei als Speicherort verschiedener Immunzellen wie z.B. den Makrophagen („Riesenfresszellen“), den B- und T-Lymphozyten usw. Bei Bedarf bahnen sie sich ihren Weg über das Blut in die verschiedenen Organe.

Nur etwa 1-2% der Lymphozyten befinden sich im Blut, die restlichen 98% befinden sich in der Milz. So patrouillieren die T-Lymphozyten Tag für Tag durch den Körper und sobald ein Fremdkörper ihren Weg kreuzt, schlagen sie Alarm und lösen somit die Abwehrreaktion aus. Die Mandeln dienen dabei als eine Art Frühwarnsystem, da sie aufgrund ihrer günstigen Lage als erstes mit den Fremdkörpern und Krankheitserregern in Kontakt treten. Somit haben Bakterien und Viren dank T-Lymphozyten, Helferzellen, Killerzellen und Co kein leichtes Spiel.

Auch der Darm spielt eine Rolle im Immunsystem

Auch der Darm, bei einem erwachsenen Menschen mit einer Länge von ca. 8 Metern, spielt eine zentrale Rolle in der Immunabwehr, da sich in der Darmwand mehr als die Hälfte aller antikörperproduzierenden Zellen befinden. Im Dickdarm befindet sich zudem die sogenannte gesunde Darmflora, die mit körpereigenen „guten“ Bakterien besiedelt ist und es Keimen nur schwer möglich macht, sich dort anzusiedeln und Krankheiten auszulösen. Rund 80 Prozent der Immunleistung hängen direkt von einem guten Darmklima ab. Damit die weißen Blutzellen in den Lymphknoten ihre Aufgabe optimal ausführen können, benötigen sie eine gesunde Darmflora (ca. 500 verschiedene Mikroorganismen).

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