Lebererkrankungen erkennen und behandeln

Wie erkennt der Arzt die Lebererkrankung?

Fettlebererkrankungen sind in der Bevölkerung weit verbreitet und stille Wegbereiter für Krankheiten wie Diabetes mellitus oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Dennoch wird das Phänomen bislang unterschätzt und aufgrund seiner beschwerdefreien Symptomatik von Betroffenen kaum wahrgenommen. Umso wichtiger ist es, frühzeitig auf Hinweise für eine mögliche Leberverfettung zu achten, um dieser rechtzeitig entgegenwirken zu können.

Die bekannten Leberwerte oder eine Sonographie eignen sich jedoch nur begrenzt als Indikatoren. Als Goldstandard zur Diagnose gilt die Leberbiopsie, die aber verständlicherweise nicht zur Routineuntersuchung beim Hausarzt gehört. Wissenschaftler suchen daher seit einiger Zeit nach geeigneten Scores, mit denen sich eine Fettlebererkrankung schnell erkennen lässt. Einen relativ zuverlässigen und aussagekräftigen Indikator entwickelte die italienische Forschergruppe um Giorgio Bedogni: den Fatty Liver Index (FLI).

Dieser berechnet aus den Werten BMI, Bauchumfang, Triglyzerid– und Gamma-GT-Wert die Wahrscheinlichkeit, mit der eine Fettleber vorliegt. Bei einem FLI-Wert über 60 beträgt die Wahrscheinlichkeit für eine Fettleber bereits 80 %. Je näher der Wert an 100 reicht, umso mehr steigt die Wahrscheinlichkeit. FLI-Werte unter 30 schließen eine Fettleber hingegen weitgehend aus. Aktuelle Daten aus der EPIC-Studie deuten zudem an, dass der FLI auch mit den Folgen einer Fettlebererkrankung wie Herz-Kreislauf-Komplikationen und Diabetes korreliert. So ist das Risiko, einen Typ 2-Diabetes zu entwickeln, bei einem FLI-Wert über 60 um das 10-18-fache erhöht.

Lebererkrankungen frühzeitig erkennen

Laut der Deutschen Leberstiftung ist bereits jeder vierte Bundesbürger über 40 von einer nicht-alkoholischen Fettleber betroffen. Schätzungsweise 5 Millionen Bundesbürger haben eine Fettleber und wissen nichts davon.

Falsche Ernährungsgewohnheiten wie ein Überangebot an Zucker und Kohlenhydraten sowie Fetten in Kombination mit zu wenig Bewegung sind die häufigsten Ursachen. Auch bestimmte Medikamente, einige Erkrankungen sowie Alkohol schädigen die Leber. Das kann schwere Folgen haben. Zirkulieren dauerhaft zu viele Fettsäuren im Blut, werden diese in der Leber eingelagert. Es entsteht eine Fettleber.

Ändern sich an der Ernährungs- und der Lebensweise nichts, sterben die verfetteten Leberzellen mit der Zeit ab. Entzündungsprozesse schädigen die Leber mehr und mehr. In der Folge können vernarbte Strukturen zurückbleiben – die Leber kann nicht mehr richtig arbeiten. Im ungünstigsten Fall entwickelt sich daraus eine Leberzirrhose oder Leberkrebs. Umso wichtiger ist es, Leberschäden möglichst frühzeitig zu erkennen.

Mit einer leberfreundlichen Ernährung sind anfängliche Schäden und Fetteinlagerungen reversibel – das zentrale Stoffwechselorgan erholt sich. Leberkrebs und Leberzirrhose aber sind irreversibel und damit nicht mehr heilbar.

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